1 gegen 1 — Stürmer mit dem Rücken zum Tor (Defensive verteidigt)
Wir üben, wie man einen Gegner am Aufdrehen hindert und den Ball erobert. Ein Spieler steht mit dem Rücken zum Tor, der andere versucht, ihn daran zu hindern, sich zu drehen und zu schießen.
Schritt für Schritt — wie eine Möbel-Anleitung
- 1Markiere ein Feld von 20m mal 15m mit Hütchen.
- 2Stelle 2 Jugendtore an die kurzen Seiten des Feldes.
- 3Markiere in der Mitte des Feldes eine 10m mal 10m Zone mit 6 Markierungsplättchen.
- 4Stelle 2-3 Passspieler 15m vor der 1-gegen-1-Zone auf.
- 5Markiere eine weiße Linie auf Höhe der Mittellinie mit Hütchen.
- 6Teile die Spieler in 2 Stürmer (gelbe Leibchen), 2 Verteidiger (rote Leibchen), 1 Torwart und Reservespieler auf.
Spielfeld-Diagramm

- 1Pass auf Stürmer
- 2V dribbelt nach Eroberung
- 3S1 dreht auf
Wörtliche Ansagen — sag's einfach so
- BEI BEGINN„So Leute, jetzt üben wir 1 gegen 1!"
- WENN DER BALL KOMMT„Jetzt geht's los, V1 drücke ihn!"
- BEI TOR„Toll gemacht, super Schuss!"
- WENN BALL EROBERT„Gut, V1, jetzt schnell über die Linie dribbeln!"
- ZUM ABSCHLUSS„Super, alle haben sich gut geschlagen!"
Du weißt, dass es klappt, wenn alle Kinder aktiv mitmachen, viel lachen und viele Ballkontakte haben.
- ❌ Ein Kind steht nur rum✅ Sag: 'Komm, du machst jetzt mit mir die nächste Aktion!'
- ❌ Ein Spieler hat Angst zu verteidigen✅ Sag: 'Es ist nur ein Spiel, versuch einfach den Ball zu bekommen!'
- ❌ Streit um den Ball✅ Spielzeit kurz unterbrechen, beiden zuhören, einen Kompromiss finden.
Die Spieler trainieren das **individuelle Defensivverhalten** in der typischen 1-gegen-1-Situation, wenn der Verteidiger sich im Rücken des Angreifers befindet und der Stürmer mit dem Rücken zum Tor steht. Diese Situation kommt in JEDEM Spiel mehrfach vor — Sturm-Rücken-zum-Tor ist eine klassische Anspielsituation. Die Verteidiger lernen, technisch sauber und körperlich robust zu verteidigen, ohne sich foulen zu lassen. Drei klare Ziele: Erstens Ball weg vom Tor halten + Gegner nicht aufdrehen lassen. Zweitens Ball erobern wenn der Gegner aufdreht oder bei langem Zuspiel abfangen. Drittens nach Ballgewinn sofort den Konter einleiten.
Schritt für Schritt
- 1Stell alle Spieler an ihren Positionen auf. S1 und S2 sind die Stürmer in gelben Leibchen, V1 und V2 sind die Verteidiger in roten Leibchen. Die Passspieler P1, P2 und optional P3 stehen bereit. Der Torwart positioniert sich im Jugendtor.
- 2Beginne mit der Erwärmung. S1 hat den Ball und dribbelt im mittleren Tempo durch das markierte Feld. V1 verfolgt ihn auf etwa einer Armlänge Abstand und bleibt stets zwischen S1 und dem Tor.
- 3Nach 3 Minuten wechseln die Rollen. S1 wird zum Verteidiger, V1 übernimmt die Rolle des Stürmers. Achte darauf, dass die Spieler die Positionen korrekt einnehmen.
- 4Für den Hauptteil stellst du S1 mit dem Rücken zum Tor in die 1-gegen-1-Zone. V1 steht direkt hinter ihm, mit einer Armlänge Abstand. Stelle sicher, dass V1 bereit ist, Druck zu machen, sobald der Ball kommt.
- 5Du pfeifst, und P1 spielt einen kurzen flachen Pass zu S1. V1 muss sofort den Abstand verringern und Druck ausüben, ohne zu foulen.
- 6S1 darf sich frei bewegen — er kann sich aufdrehen, den Ball abklatschen lassen oder andere Bewegungen machen. V1 versucht, S1 vom Aufdrehen abzuhalten und den Ball zu erobern.
- 7Wenn V1 den Ball erobert, dribbelt er über die weiße Linie in der Mitte des Feldes. Das gibt 1 Punkt für die Defensive. Wenn S1 ein Tor erzielt, erhält die Offensive 1 Punkt.
- 8Nach jedem Durchgang notierst du die Punkte. Der Stürmer geht in die Warte-Reihe, und der nächste Stürmer und Verteidiger kommen aus der Warte-Position.
- 9Variiere die Pass-Distanz: Beginne mit allen Pässen aus 15 Metern frontal, dann nach 5 Minuten die Hälfte aus 15 Metern seitlich und nach weiteren 5 Minuten auch lange Pässe aus 25 Metern frontal.
- 10Bei kurzen Pässen liegt der Fokus darauf, eng zu bleiben und den Stürmer nicht drehen zu lassen. V1 sollte primär auf den Ball fixiert sein.
- 11Bei langen Pässen stellt sich V1 seitlich zum Gegenspieler, behält den Blick auf den Ball und wartet geduldig, um den Ball seitlich rauszuspitzeln.
- 12Für die Spielvariante bildest du ein Doppel-1-gegen-1: Zwei Angreifer in Gelb und zwei Verteidiger in Rot in der Zone. Zusätzlich stehen zwei blaue Anspieler an den Seiten, die das Spiel per Pass eröffnen.
- 13Die Regel ist, dass der Verteidiger, wenn er den Ball erobert, die blauen Spieler anspielen muss, bevor ein Torschuss erfolgt.
- 14In Zone 1 darf zu Beginn nur ein Angreifer sein, um lange Bälle zu erzwingen. Achte darauf, dass die Spieler diese Regel einhalten.
- 15Du gibst die Bälle an die blauen Einspieler zum Start jedes Spielzugs, damit die Verteidiger Zeit haben, sich zu positionieren.
- 16Eine typische Fehlerquelle ist, dass der Verteidiger zu passiv ist und dem Stürmer zu viel Raum lässt. Erinnere V1 daran, den Abstand zu verringern und aktiver zu verteidigen.
- 17Für eine leichtere Variante kannst du die 1-gegen-1-Zone vergrößern, um den Verteidigern mehr Raum zum Reagieren zu geben.
- 18Für eine schwerere Variante verkleinerst du die Zone, wodurch der Verteidiger schneller reagieren muss.
- 19Achte darauf, dass alle Spieler die Übung mit maximalem Einsatz durchführen und die Anweisungen genau umsetzen.
- 20Beende die Übung nach einer festgelegten Anzahl von Durchgängen oder wenn die Zeit abgelaufen ist. Stelle sicher, dass alle Spieler gleichmäßig zum Einsatz kommen.
Variationen
Stürmer-Doppelpack
Zwei Stürmer + zwei Verteidiger in der Zone. Stürmer dürfen sich gegenseitig anspielen — Verteidiger müssen kommunizieren und sich absprechen wer den Ball-führenden anläuft und wer den anderen markiert.
Mit Kontertor-Punkten
Wenn der Verteidiger den Ball erobert UND danach ein Tor ins Mini-Tor an der Konter-Linie schießt → 3 Punkte (statt 1 für nur Konter-Linie überdribbeln). Das belohnt das Konter-Einleiten.
Time-Pressure
Verteidiger hat 5 Sekunden ab Ball-Eroberung um über die weiße Linie zu kommen. Wenn nicht → Punkt zurück. Erzwingt schnelles Umschalten.
Stellschrauben
Coaching-Schwerpunkte
- ✓ABSTAND eine Armlänge — Beispiel: 'Tim, einen Schritt RAN! Du bist zu weit weg!'
- ✓Nicht aufdrehen lassen — Beispiel: 'Mit dem Körper rein, NICHT die Hände! Anna, eng bleiben!'
- ✓Bei langen Pässen: SEITLICH stellen — Beispiel: 'Lukas, dreh dich seitlich, du musst den Ball UND den Spieler sehen!'
- ✓Primär auf den Ball schauen, NICHT auf die Beine — Beispiel: 'Augen auf den Ball, nicht hypnotisieren lassen!'
- ✓Nach Ballgewinn: schneller Konter — Beispiel: 'BALL WEG, schnell nach vorne — die andere Mannschaft ist offen!'
- ✓Geduld: nicht zu früh ins Foul gehen — Beispiel: 'Warte den Moment ab, Anna — geh nicht hektisch rein!'
Häufige Fehler
- !Verteidiger steht zu weit weg — Stürmer hat freie Bahn beim Aufdrehen. Eine Armlänge ist Pflicht.
- !Verteidiger geht frontal in den Stürmer rein — leichtes Foul. Seitlicher Körpereinsatz ist effektiver.
- !Verteidiger schaut auf die Beine des Stürmers — wird mit Hüft-Finten verarscht. Augen IMMER auf den Ball.
- !Nach Ball-Eroberung dribbelt der Verteidiger zu lange — andere Mannschaft hat Zeit zu reorganisieren. Schneller Konter ist Pflicht.
- !Bei langem Pass läuft Verteidiger nach vorne (Richtung Ball) — Stürmer geht ungehindert in die Tiefe. Stattdessen seitlich abfangen.
Differenzierung
Verteidiger steht von Anfang an 30 cm näher am Stürmer. Pass-Distanz nur kurz (15m frontal). Stürmer darf nur 2 Ballkontakte vor dem Schuss machen — beschränkt seine Möglichkeiten.
Verteidiger startet 2 Schritte HINTER der idealen Position — er muss erst aufholen. Pass kommt aus 25m (langer Ball). Stürmer darf unlimitiert dribbeln + alle Tricks nutzen.