Spielaufbau-Werkstatt
Der Torwart übt, den Ball zu seinen Mitspielern zu passen, damit er sicher den Spielaufbau starten kann.
Schritt für Schritt — wie eine Möbel-Anleitung
- 1Leg das Tor an das Ende des Strafraums.
- 2Stell 4 Hütchen in einem Bogen außerhalb des Strafraums auf: 15m links, 15m rechts, 25m in der Mitte, 35m außen.
- 3Stelle 1 Mitspieler an jedes Hütchen.
- 4Gib dem Torwart 5 Bälle.
- 5Der Torwart stellt sich 5 Schritte vor die Torlinie und legt einen Ball vor sich auf den Boden.
Spielfeld-Diagramm

- 1kurz
- 2mittel
- 3lang
Wörtliche Ansagen — sag's einfach so
- BEI BEGINN„So Leute, jetzt üben wir das Passspiel mit dem Torwart!"
- WENN DER TORWART EINEN PASS SPIELT„Gut gemacht, schau, wo dein Mitspieler steht!"
- WENN DER BALL ZURÜCKKOMMT„Super, jetzt bereit für den nächsten Pass!"
- ZUM ABSCHLUSS„Toll gemacht! Jetzt besprechen wir, was gut lief und wo wir besser werden können."
Du weißt, dass es klappt, wenn der Torwart präzise Pässe spielt und die Mitspieler den Ball gut annehmen.
- ❌ Der Torwart spielt den Ball nicht genau✅ Sag: 'Nimm dir Zeit, schau genau hin und ziele gut!'
- ❌ Ein Mitspieler bewegt sich nicht✅ Sag: 'Komm, beweg dich ein bisschen, damit der Torwart dich sieht!'
- ❌ Der Ball wird nicht richtig angenommen✅ Sag: 'Fang den Ball mit dem Fuß an und dribble dann zurück!'
Der Torwart lernt, mit dem Fuß sicher den Spielaufbau zu starten — heute eine PFLICHTFÄHIGKEIT für jeden Torwart ab D-Jugend. Wer mit dem Fuß schlecht ist, ist im modernen Fußball ein Risiko für die eigene Mannschaft.
Schritt für Schritt
- 1Der Torwart T1 steht mit einem Ball in der Hand auf der Torlinie. Er geht fünf Schritte nach vorne und stellt sich bereit.
- 2Der Trainer, der neben dem Tor steht, ruft 'kurz links!' und gibt damit das Signal für die erste Aktion. T1 schaut zu A1, der an der kurzen linken Anspielstation steht.
- 3T1 überprüft die Position von A1 und plant den Passweg, indem er den Ball mit der Innenseite seines starken Fußes zu A1 spielt.
- 4A1 bewegt sich leicht nach vorne, um den Ball im Lauf zu empfangen, und nimmt ihn mit der Innenseite an.
- 5A1 dribbelt den Ball zurück zu seiner Ausgangsposition und rollt T1 einen neuen Ball zu, damit die Übung fortgesetzt werden kann.
- 6Der Trainer ruft 'kurz rechts!' und T1 richtet seine Aufmerksamkeit auf A2, der an der kurzen rechten Anspielstation steht.
- 7T1 spielt einen flachen Innenseitenpass zu A2, der den Ball kontrolliert und zurück zu T1 dribbelt, um ihm den nächsten Ball zu übergeben.
- 8Der Trainer ruft 'mittel!', und T1 bereitet sich auf einen halb-hohen Spannpass zu A3 vor, der an der mittleren zentralen Anspielstation steht.
- 9A3 nimmt den Ball mit dem Spann an, dribbelt zurück und rollt T1 einen neuen Ball zu.
- 10Der Trainer ruft 'lang!', und T1 zielt auf A4, der an der langen äußeren Anspielstation steht, und spielt einen hohen Spannpass mit Effet.
- 11A4 nimmt den Ball mit der Brust an, lässt ihn auf den Boden tropfen und dribbelt zurück, um T1 einen neuen Ball zu übergeben.
- 12T1 wiederholt die Pässe in alle Richtungen, bis er insgesamt 10 Pässe gespielt hat. Der Trainer achtet darauf, dass T1 sich zwischen den Pässen gut positioniert und die Passgenauigkeit verbessert.
- 13Nach den 10 Pässen bespricht der Trainer mit T1, welche Distanzen am schwierigsten waren und wo die meisten Fehler auftraten.
- 14In der nächsten Runde entscheidet T1 selbst, wohin er passt, basierend auf der Position und Deckung der Mitspieler.
- 15T1 spielt erneut 10 Pässe, diesmal ohne Ansagen des Trainers, und wählt die Anspielstationen nach eigenem Ermessen.
- 16Der Trainer beobachtet, wie T1 die Entscheidungen trifft und gibt Feedback zu den gewählten Optionen.
- 17Eine typische Fehlerquelle ist das ungenaue Passen bei längeren Distanzen. Der Trainer korrigiert dies, indem er T1 anweist, den Körper besser auszurichten und den Ball sauber zu treffen.
- 18Für eine leichtere Variante kann der Trainer die Distanzen der Hütchen verkürzen, sodass die Pässe einfacher werden.
- 19Für eine schwerere Variante kann der Trainer einen zusätzlichen Verteidiger einführen, der die Anspielstationen stört, sodass T1 unter Druck entscheiden muss.
- 20Der Trainer gibt den Hinweis, dass T1 stets den Kopf oben halten soll, um die beste Übersicht zu behalten und die Pässe präzise zu spielen.
- 21Die Übung endet, wenn T1 alle Varianten durchgespielt hat und der Trainer mit der Leistung zufrieden ist. Der Trainer fasst die Übung zusammen und gibt T1 Tipps für die nächste Trainingseinheit.
Variationen
Mit Pressing
Ein Angreifer läuft den Torwart an (anfangs langsam, dann schneller). Torwart muss schneller entscheiden und mit Druck spielen.
Beidfüßig
Der Torwart darf nur mit dem SCHWÄCHEREN Fuß passen. Macht die Übung viel schwerer — aber Torwart wird komplett ausgebildet.
Stellschrauben
Coaching-Schwerpunkte
- ✓Sag: 'Schau erst, DANN spiel.' Torwart muss eine Sekunde den Empfänger anschauen.
- ✓Standbein zeigt zum Empfänger — sonst geht der Pass schief.
- ✓Bei langen Bällen: Volle Schwungbewegung aus der Hüfte, nicht nur aus dem Knie.
- ✓Pass IN DEN LAUF des Empfängers, nicht auf den Standfuß. Vor seinen Lauf zielen.
- ✓Beide Füße trainieren — auch wenn der schwächere am Anfang sehr schwach ist.
Häufige Fehler
- !Schaut nicht zum Empfänger vor dem Pass — schießt blind ins Nichts.
- !Standbein falsch ausgerichtet — Ball geht weit am Mitspieler vorbei.
- !Pass kommt zu hoch oder zu flach — Empfänger kann ihn nicht annehmen.
- !Verwendet bei langem Pass das schwächere Bein und vergibt Möglichkeit.
Differenzierung
Nur kurze Pässe (15m), nur starker Fuß. Torwart lernt die Bewegung sauber bevor Distanzen und Beidfüßigkeit kommen.
2 Pressing-Spieler, beidfüßig, mit Tempo-Druck (Zeit gegen die Stoppuhr). Torwart simuliert ein echtes Spiel.