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TRAININGS
PHILOSOPHIE.

Wie der DFB die beste Trainingseinheit baut.

Das DFB-Modell für die ideale Trainingseinheit — angewandt in der offiziellen Trainingsphilosophie Deutschland. Plus: Wahrnehmen- Entscheiden-Umsetzen-Modell und vertiefte Stellschrauben.

Die „beste Trainingseinheit"

Das DFB-Schema teilt die 90 Minuten in vier klar definierte Blöcke auf. Was zählt: Spielzeit hoch halten, Wiederholungen sammeln, Freude erzeugen.

15 Min

Warm-up

Herz-Kreislauf aktivieren, Technik integrieren, alle in Bewegung — IMMER mit Ball.

30 Min

Spielblock 1

Basis-Trainingsform 1 gegen 1 bis 4 gegen 4 zur Entwicklung individueller Qualität. Maximale Intensität, viele Wiederholungen.

15 Min

Zwischenblock

Übungsform oder Technikschulung — gezielter Schwerpunkt zwischen den beiden Spielblöcken.

30 Min

Spielblock 2

Größere Spielform, Anwendung des Gelernten unter freierem Spiel. Hochintensiv.

Die 3 Säulen

FREUDE

Kinder, die Spaß haben, bleiben dabei.

INTENSITÄT

Maximaler Spielanteil pro Spieler.

WIEDERHOLUNG

Wer's 100× macht, kann's. Punkt.

Mindest-Nettospielzeit pro Woche

Damit Entwicklungsspieler echtes Niveau bekommen, definiert der DFB Minimum-Spielzeiten pro Woche — gerechnet als reine Spielzeit (ohne Pausen).

  • U8 bis U16: Mindestens 48 Min Nettospielzeit pro Woche
  • U17 und älter: Mindestens 32 Min Nettospielzeit pro Woche

Klingt wenig? Ist es nicht. Bei klassischem 90-Min-Training kommen Spieler oft nur auf 20-30 Min echte Spielzeit — der Rest ist Übungen, Standzeiten, Anweisungen. Das 48-Min-Ziel zwingt dich, das Verhältnis zu drehen.

Wahrnehmen — Entscheiden — Umsetzen

Das Modell (nach Verheijen, 2015) erklärt, was im Kopf eines Spielers passiert, BEVOR er den Ball berührt. Jede Fußball-Aktion durchläuft drei Stufen — und alle drei kannst du trainieren.

1

Wahrnehmen

Kaum erkennbar für den Trainer

Der Spieler sieht das Spielfeld — Mitspieler, Gegner, Räume, Ball. Das passiert im Kopf, du als Trainer siehst nichts. Du kannst es nur indirekt fördern, z.B. mit Spielformen die Kopf- hoch-Verhalten erzwingen (kognitive Trigger, Farben-Aufrufe).

2

Entscheiden

Besser erkennbar

Der Spieler verarbeitet die Wahrnehmung: Wen spiele ich an? Wohin laufe ich? Schieße ich oder passe ich? Das siehst du als Trainer schon eher — z.B. wenn ein Spieler 1 Sek zu lange braucht für die Entscheidung. Trainierbar mit Druck-Übungen (Zeit-Limit) und Spielformen.

3

Umsetzen

Sichtbar für den Trainer

Hier sieht der Trainer alles: der Spieler dribbelt, passt, schießt. Das ist die klassische Technik-Schulung. Sehr gut trainierbar mit Übungsformen ohne Gegner und durch ständiges Wiederholen.

💡 Trainer-Lektion

Die meisten Trainer arbeiten NUR an Phase 3 (Umsetzen). Die ist aber nur ein Drittel des Spiels. Wenn du Spieler entwickeln willst die wirklich gut sind, musst du auch Wahrnehmen und Entscheiden trainieren — beides funktioniert nur in Spielformen mit echtem Gegnerdruck, niemals in isolierten Drills.

Übungsform vs. Spielform

Die zwei Haupt-Werkzeuge im Hauptteil. Beide haben ihre Berechtigung — wann du was nutzt, hängt vom Schwerpunkt ab.

Übungsform

  • Gegenspieler: durch Stangen oder Hütchen ersetzt — wenig Gegnerdruck, wenig Zeitdruck
  • Ball- und Laufwege: vorgegeben — KEINE Entscheidung beim Spieler
  • Technik: so präzise wie möglich
  • Wiederholungen: sehr hoch des einen Schwerpunkts — isoliertes Training
  • Spielnähe: durch spielnahe Abstände/Abläufe

Geeignet für: Technik-Schulung, neue Bewegungsabläufe lernen, gezielte Korrektur.

Spielform

  • Gegenspieler: aktiv — viel Gegnerdruck und Zeitdruck
  • Ball- und Laufwege: frei — FREIE Entscheidung beim Spieler
  • Technik: so präzise wie nötig (Situation)
  • Wiederholungen: hoch in einem Schwerpunkt UND vielen weiteren Inhalten — ganzheitlich
  • Spielnähe: automatisch hoch

Geeignet für: Schwerpunkt unter Druck anwenden, Wahrnehmen+Entscheiden trainieren, Spielsituationen üben.

Die 4 Stellschrauben — vertieft

Du kennst die 4 Stellschrauben schon aus dem Spickzettel. Hier siehst du, wie sie konkret für einen Schwerpunkt eingestellt werden. Beispiel: Du willst Dribbeln trainieren.

1

Spieleranzahl/-verhältnis

Optionen

Gleichzahl / Über-/Unterzahl / Neutraler Spieler / Außenspieler

Beispiel für Dribbeln

Gleichzahl in 3 gegen 3 → viele Zweikämpfe, keine 'freie' Passoption → erzwingt Dribbling

2

Spielfeld

Optionen

Anzahl / Größe / Form / Ausschnitt (Zentrum/Flügel) / Zonen

Beispiel für Dribbeln

Tendenziell kleiner halten → kurze Lauf-Wege für Defensive → mehr Zweikämpfe → mehr Dribbling

3

Ziele (Tore)

Optionen

Große Tore / D-Jugend-Tore / Mini-Tore / Dribbellinien / Passtore

Beispiel für Dribbeln

Dribbel-Linien + Mini-Tore mit Schusszone → keine Fernschüsse möglich → Dribbling wird belohnt

4

Provokationsregeln

Optionen

Belohnungsregeln / Beschränkungen / Zeitdruck / Kontaktanzahl

Beispiel für Dribbeln

Dribbel-Linien doppelt werten / Shotclock / Torabschluss nur in Schusszone → Dribbling-Druck

⚠️ Achtung

Jede Sonderregel entfernt uns vom echten Spiel. Sparsam einsetzen — wenn du 5 Sonderregeln gleichzeitig hast, ist es kein Fußballtraining mehr, sondern ein Brettspiel.

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